Hochbegabte Kinder in Aachen

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Hochbegabte Kinder

Einige Kinder können Gleichaltrigen auf verschiedenen Gebieten um Jahre voraus sein, z. B.
  • sprachlich,
  • musisch-künstlerisch,
  • mathematisch-naturwissenschaftlich,
  • sportlich oder
  • sozial.
Musisch oder sportlich talentierte Kinder zu fördern, gilt als normal und die Angebote dazu sind vielfältig. Für besonders intelligente Kinder auf anderen Bereichen sind die Möglichkeiten in manchen Gegenden noch gering. In den letzten Jahren hat sich eine positive Entwicklung gezeigt. Viele Schulen wurden auf das Thema aufmerksam und gehen mittlerweile aufgeschlossen damit um. Jedoch nicht überall bekommen die Kinder Anerkennung sondern stoßen auf Unverständnis. Im Gesprächskreis wurde z.B. erzält, dass es vorkommt, dass Kindergartenkindern das Lesen nicht erlaubt wird, da es das noch nicht können dürfe. Positiv ist es jedoch, wenn das Kind den andern einfach vorlesen darf und sich so die Freude am Lesen erhält.
Hochbegabte Kinder brauchen, möchten als ganz normal angenommen werden. Sie freuen sich über reichlich Anregungen und Lernmöglichkeiten, die ihren Bedürfnissen gerecht werden, wie jedes andere Kind auch.

Allgemeine Merkmale

Hochbegabte Kinder sind meist äußerst kreativ und motiviert. Sie lernen und begreifen schnell, oft ganz nebenbei, Wiederholungen empfinden sie meist als sehr nervend. Sie sind in der Lage, ungewöhnliche, manchmal bisher unbekannte Lösungen für Probleme zu finden und können sie sofort aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Sie zeigen oft großes Interesse, außerordentliche Neugier und eine hohe Ausdauer bei der Beschäftigung mit Aufgaben und Wissensgebieten. Sie können früh argumentieren und wie kleine Erwachsene reden. Es gibt Kinder die aus für Erwachsene unverständlichen Gründen sehr sensibel reagieren, z.B. können sie weinen, weil im Herbst Blätter von den Bäumen fallen; oder sie ertragen Ungerechtigkeiten gegenüber anderen Kindern kaum, auch wenn sie selber nicht betroffen sind.
Wie alle Kinder sind auch hochbegabte Kinder sehr unterschiedlich.

Die DGhK möchte Eltern und Kinder bei der Vertretung ihrer Interessen unterstützen.

Was ist Hochbegabung?

Es gibt verschiedene Definitionen von allgemeiner intellektueller Begabung. Den meisten ist gemeinsam, dass sie mit Intelligenz die Fähigkeit bezeichnen, sich in neuen Situationen auf Grund von Einsichten leicht zurechtzufinden oder Aufgaben mit Hilfe des Denkens zu lösen, ohne dass hierfür Erfahrung, sondern vielmehr das Erkennen von Beziehungen das Wesentliche ist. Die Fähigkeit zu einer speziellen Begabung ist zum großen Teil erblich bedingt.

IQ-Wert

Wird die Intelligenz in der Bevölkerung gemessen, so ergibt sich eine symmetrische Verteilung, nämlich eine Gauß-Verteilung, die der Form einer Glocke gleicht.
Bestimmten markanten Punkten wird ein Wert zugeordnet, der IQ-Wert:
  • Dem mittleren und zugleich häufigsten Wert wird ein IQ von 100 zugeordnet.
  • Der IQ von etwa zwei Dritteln der Bevölkerung (68 %) liegt zwischen 85 und 115.
  • Etwa 95 % der Bevölkerung haben einen IQ zwischen 70 und 130.
  • Gut 2 % aller Menschen besitzen eine extrem hohe Intelligenz, hier wird der IQ-Wert von 130 festgelegt. Etwa ab diesem Bereich kann man von Hochbegabung sprechen.
Bei der Entscheidung, ob ein Kind hochbegabt ist oder nicht, kann das IQ-Ergebnis eines anerkannten Tests zu Hilfe genommen werden. Wichtig ist jedoch auch das Zutreffen von vielen der allgemeinen Merkmale.

Mögliche Probleme

Die meisten Hochbegabten kommen in der Schule gut zurecht. Ein interessant gestalteter Unterricht trägt dazu bei, dass Langeweile nicht unbedingt auftritt. In ihrem sozialen Umfeld kommen sie prima klar, wie andere Kinder auch.

Etwa 15 % der Hochbegabten haben jedoch mehr oder weniger Probleme. Einige Kinder leisten in der Schule weniger als sie wirklich könnten. Sie werden als Underachiever bezeichnet. Die Ursachen können vielfältig sein und sollten individuell geklärt werden.

Viele Hochbegabte brauchen Anleitung und Unterstützung durch engagierte Eltern und Lehrpersonen in einer positiven Umgebung. Ebenso wichtig wie eine angemessene Förderung ist für viele beispielsweise das Erlernen von Arbeitstechniken.

Andere Hochbegabte zeigen Auffälligkeiten im sozialen Verhalten. Das äußert sich beispielsweise indem sie den Unterricht stören oder Außenseiter sind.

Im Extremfall können gefährdeter Schulabschluss, sonderpädagogischer oder ärztlicher Betreuungsbedarf Hochbegabte zu Sorgenkindern werden lassen. Hier bedarf es geeigneter Betreuung des Kindes, der Eltern und am besten unter Beteiligung der Lehrer.
Im Kindergarten können Probleme auftreten:
  • weil es sich für Dinge interessiert, für die es "zu jung" ist (häufiger Kommentar: "Das kannst du noch nicht können.")
  • weil es manche Spiele "doof" findet, deshalb stört oder sich zurückzieht
  • weil es sich in die Gruppe nicht einbringen kann und Außenseiter wird
  • oder weil es zu sehr um Anpassung bemüht ist, und dabei innerlich verzweifelt
In der Schule kann das Kind Probleme haben:
  • weil es sich langweilt
  • weil es als Besserwisser gilt
  • weil es trotz hoher Intelligenz schwache Leistungen bringt
  • weil es von Lehrern nicht verstanden oder nicht akzeptiert wird
  • weil es sich als Klassenclown aufführt
In seiner Umgebung kann es zu Schwierigkeiten kommen:
  • weil es keinen Gefallen an den üblichen Freizeitaktivitäten findet
  • weil es besonders sensibel ist
  • weil es perfektionistisch und sehr selbstkritisch ist
  • weil es lieber die geistige Auseinandersetzung sucht
  • weil es gefühlsmäßig seinem Alter entsprechend reagiert, intellektuell jedoch seinem Alter um Jahre voraus ist

Unterstützung für die Eltern

Eltern brauchen Hilfe, denn sie werden oft nicht verstanden
  • weil viele meinen, dass es alle Hochbegabte sowieso leichter haben und deshalb keiner besonderen Beachtung bedürfen
  • weil viele nicht wissen, dass die Erziehung eines hochbegabten Kindes für die anderen Familienmitglieder sehr anstrengend sein kann, z. B. wegen seiner grenzenlosen Wissbegierde, seines geringen Schlafbedürfnisses oder auch wegen seiner geringen Kompromissbereitschaft
  • weil viele denken, die Eltern würden sich nur einbilden, ihr Kind sei genial
Hochbegabte Kinder haben nicht zwangsläufig besonders gebildete Eltern.
Es genügt nicht, dass Eltern ihre Kinder lieben. Sie brauchen Informationen und Hilfe, um ihr Kind zu stützen.

Angebote und Hilfen

Dass die Gesellschaft auf Hochbegabte nicht verzichten kann, ist zwar wieder in der Diskussion, es existiert jedoch kaum eine staatliche Förderung. In den Schulen sind z. B. Freiarbeit, jahrgangs- und fachübergreifender Unterricht kaum möglich, ein flächendeckendes Angebot wird trotz des Engagements einzelner Lehrer und Schulleiter nirgendwo erreicht. Wirksame Förderung eines hochbegabten Kindes wird für viele Familien zu einer Frage des Glücks oder des Geldbeutels, denn Eltern sind kaum in der Lage, selbst Ersatz für fehlende staatliche Strukturen zu schaffen.

Zur Vertiefung des Themas hochbegabter Kinder finden Sie Empfehlungen für Bücher und kostenlose Broschüren in der Literaturliste.

Die meisten hier zusammengetragenen Informationen stammen aus der kostenlosen Broschüre:
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Begabte Kinder finden und fördern
Ein Ratgeber für Eltern und Lehrer
2003, 107 Seiten, kostenlos
Bestellung oder Download: www.bmbf.de

           
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